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GEA / Schulleiterwechsel
29.07.2010
Wechsel - Dieter Kuhn, Leiter der Gewerblichen Schule, in Ruhestand verabschiedet. Nachfolger ist Roland Kiesel
»Kreis verliert einen der angesehensten Schulleiter«
METZINGEN. Zwanzig Meter lange Gratulantenschlangen sprachen lange vor den Reden Bände. Dieter Kuhn, Leiter der Gewerblichen Schule Metzingen, ist gestern vor rund 200 geladenen Gästen in der Metzinger Stadthalle in Pension gegangen. Dr. Susanne Pacher vom Regierungspräsidium (RP) Tübingen händigte ihm die von Ministerpräsident Stefan Mappus unterzeichnete Ruhestands-Urkunde aus und verpflichtete Roland Kiesel als neuen Leiter der Schule.
Zum Abschied ein Gutschein für eine Tour durch Biosphärengebiet: Thomas Reumann und Dieter Kuhn. Dazwischen Kuhns Gattin Gabriele und das Ehepaar Kiesel. FOTO: Markus Pfisterer
Schillernde Synthesizer- und Percussion-Musik von Musikschulleiter Henry Grossmann und Drummer Joachim Fuchs-Charrier verbanden musikalische Epochen genauso wie die durchweg hoch wertschätzenden Worte der Laudatoren. »Der Landkreis verliert einen seiner angesehensten Schulleiter«, machte Landrat Thomas Reumann für den Schulträger deutlich, und: »Sie haben die Gewerbliche Schule nachhaltig geprägt und weiterentwickelt.« Unter anderem durch die Vertiefung internationaler Partnerschaften und Kooperationen.
Immer offene Türen
Pacher hob Kuhns »natürliche Autorität« und seine »weltoffene und fürsorgliche Art« hervor. Diese war auch Lehrer- und Schülervertretern ein Anliegen am Mikrofon. »Seine Tür war immer offen. Er war ein authentisch anfassbarer Mensch«, lobte die Personalratsvorsitzende Brigitte Aberle. Für Schülersprecher Rico Keppeler hat Kuhn die »grüne Oase« Gewerbliche Schule im grauen Industriegebiet geprägt: »Es war eine besondere Atmosphäre. Er hatte mit seiner lockeren, ruhigen Art immer ein Ohr für uns.« Die wenigen kritischen Worte des Festakts kamen von Dieter Kuhn selbst - nebst vielem Dank, etwa an das RP für regelmäßigen Lehrernachschub. Der ist nicht selbstverständlich: »Das Problem der Lehrerversorgung an beruflichen Schulen ist keineswegs gelöst.« Daneben warnte Kuhn davor, die Schulen als reine Stoffvermittler anzusehen. »Der Erziehungsauftrag ist die wesentliche Größe in unserer Arbeit. Neben Fachwissen gehören Werte wie Respekt oder Rücksichtnahme zur Persönlichkeitsbildung.« Szenenapplaus. Die Gewerbliche Schule sieht Kuhn als »Juwel mit Ecken und Kanten, das bei weiterem Schliff noch zum Brillanten werden kann«.
Roland Kiesel feilt gerne mit. Fast 30 Jahre an der Friedrich-Ebert-Schule Esslingen tätig, sieht er seine neue berufliche Stätte als »komplexes Gebäude mit stabilem Fundament und dichtem Dach. Auf dieser Basis kann man Um- oder Anbauten gelassen angehen.« Etwa, um auf den demografischen Wandel oder die Globalisierung zu reagieren. (pfi)