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GEA / Abschlussfeier mit Modenschau


Perspektiven - Die neue Designer-Generation der Gewerblichen Schule stellt ihre Fantasiestücke in der Stadthalle vor

Metzingen macht Mode für morgen
Von Mara Sander

METZINGEN. Absolutes Highlight der jährlichen Zeugnisverleihung der Abschlussklassen der gewerblichen Schule Metzingen war am Freitagabend wieder einmal die Modenschau in der Stadthalle. Diesmal gestalteten allerdings nicht die Meisterklassen den Abend, sondern der erste Jahrgang des neuen Berufskollegs für Modedesigner.


Modenschau 2010
Kopfsache: Plastikflaschen als Kopfbedeckung. FOTO: Mara Sander

Die klassischen Meisterstücke wurden schon vorher bei der Zeugnisvergabe präsentiert. Was dann auf den Laufsteg kam, war futuristisch und zeigte einen Abriss dessen, was Designermode von praktischer und tragbarer Alltagsmode unterscheidet. Wer würde sich eine Kopfbedeckung aus Plastikflaschen und Folie aufsetzen, außer vielleicht beim Pferderennen in Ascot, um aufzufallen? Wer würde zerrissene Kleidung tragen in großen Konzernen, die nichts mit Mode zu tun haben?

»Niemand kann heute darauf vertrauen, dass alles beim Alten bleibt«

Doch genau »der Riss« war das Thema der Metzinger Präsentation, das die Designerschüler sehr kreativ umsetzen mit »einer ganz anderen Modenschau, man merkt, dass es Designer sind« - eine Meinung aus dem Publikum.
»Der Riss im Leben, der zerstörerisch sein kann, der Riss im Stoff, der den Blick auf das Darunter freigibt, der Riss in der Natur, eine Schlucht, die den Berg in zwei Teile teilt, der Riss, der sich durch einen Verschluss wieder verbinden lässt«, stellten die Modemacher als Thema vor und präsentierten eindrucksvoll denkbare Aktionen von Zerreißen über Öffnen bis Verbinden.
Dazu fingen sie in weißen Kleidern an, die sie zerrissen und den Blick öffneten für das, was sie aus zerrissenem Stoff wieder kreativ zusammengesetzt hatten. Abgeschnittene Gürtelteile als Verbindung zwischen Stoffteilen, fantasievoll miteinander verbundene Löcher und Materialmix versinnbildlichten den »Grundriss für das neue Mode-»Schauen« und weiter: dass ein Riss, auch wenn er verletzend im Leben und zerstörerisch im Stoff sein kann, doch auch etwas Neues offenbart.
Genau das begeisterte das Publikum in der voll besetzten Metzinger Stadthalle. Dazu passte auch die Begrüßung von Schulleiter Oberstudiendirektor Dieter Kuhn, der jetzt aus dem Amt in den Ruhestand verabschiedet wird: »Niemand kann heute in seinem Betrieb darauf vertrauen, dass alles beim Alten bleibt«, sagte er zur Zeit des Umbruchs. Dieser Umbruch berge nicht nur Risiken, sondern auch Chancen.
»Vertrauen Sie auf ihr Können und ihre Fähigkeiten, zeigen Sie Ihre Kreativität«, gab er allen Schulabsolventen mit auf den Weg mit dem Wunsch, »den nötigen Biss zu haben und das Durchhaltevermögen, auch Krisen und Rückschläge zu bewältigen«. (GEA)